Unterwegs im Erzgebirge – Komm mit auf Entdeckungsreise!

Kapitel 19 | Süßes Erzgebirge

Wie seid ihr denn auf mein “Süßes Erzgebirge” aufmerksam geworden? Vielleicht durch eine hübsche Schachtel? Die ihr in einem der Hotels im Erzgebirge bekommen habt? Und da war ein Keks drin? Ein ganz, ganz feiner? Wusste ich es doch! 

Das ist jetzt genau der richtige Augenblick, Euch vom “Süßen Laden” zu erzählen. Denn die feinen Gebäcke in den Schachteln “Süßes Erzgebirge” hat die Manja gemacht. Sie führt nämlich den Süßen Laden in Olbernhau. Vorher war das eine Konditorei. 125 Jahre lang haben die Gleisberg’s die allerbesten Torten weit und breit gemacht. Der letzte Meister der Familie Gleisberg hat Manja die ältesten und seltensten Rezepte gegeben, ihr alle seine Back-Geheimnisse verraten, und dann ist aus der alten Konditorei eine Kinderbackschule geworden. Cool, oder? Gerade jetzt in den Ferien lernen die Kids, was man im Herbst alles so machen kann. 

Aber nicht nur für die Kinder ist die Manja da. Auch für die großen Naschkatzen. Man kann im Süßen Laden nämlich auch schlemmen, probieren oder sich was mit nach Hause nehmen zum Naschen oder zum Verschenken. Eine Geburtstagstorte zum Beispiel oder zwanzig verschiedene Kekssorten. Kekse machen nämlich glücklich. Und weil da nicht so viele Vitamine drin sind, muss man eben mehr davon essen. 
Manche verschickt die Manja auch ganz, ganz weit weg. Ich habe mir mein Lieblings-Weihnachts-Gebäck natürlich schon bestellt. Gleisberg’s Biber. Ohne die geht’s nämlich nicht in der Adventszeit. Ohne Biber kein Flattern über die Weihnachtsmärkte….

Aber auch alle meine Bäckerfreunde sind jetzt ganz, ganz fleißig. Sie backen Stollen. Einen nach dem anderen. Hunderte insgesamt. Und alle finden sie den Weg zu Menschen, die sie haben wollen. Denn die allerbesten Stollen gibt es im Weihnachtsland Erzgebirge. Nirgendwo sonst. Probiert es aus! Die Katja, der Tobias und auch der Pierre packen Euch ganz bestimmt ein Päckchen. Wollt ihr einen Tipp von mir? Nehmt unbedingt den Rosinen-Butter-Stollen. 

Wie hieß das doch gleich? “Ich habe einen ganz einfachen Geschmack. Ich bin immer mit dem Besten zufrieden.” Herrlich! Das könnte von mir sein. Denn der Erzgebirgische Stollen ist DAS ALLERBESTE!

Seid alle herzlich gegrüßt von Eurem
Kathrinchen Zimtstern

Kapitel 18 | Was leuchtet denn da? (Schwarzenberg)

Ach, wie freue ich mich immer, wenn ich von ganz hoch oben auf mein zauberhaftes Erzgebirge gucken kann. Jetzt gerade ist es bunt, wie ein riesengroßer Malkasten. Die vielen Ahornbäume leuchten in allen Gelb-, Orange- und Rottönen, die es gibt. Indian Summer? Von wegen. Goldener Oktober im Erzgebirge…
 
Heute bin ich unterwegs zu meinem Freund Jan Fuchs nach Schwarzenberg. Wisst ihr das noch, was ich Euch schon mal über Schwarzenberg erzählt habe? Das war “Eine Drachengeschichte”. Was bin ich aufgeregt! Ob ich den Drachen heute vielleicht sehen werde? Na und wenn nicht, dann höre ich mir eben wieder das herrliche Hörspiel „Eine sagenhafte Drachenreise durch Schwarzenberg“ an. Wollt Ihr das vielleicht auch haben? Dann schreibt doch mal den fleißigen Bienchen von der Tourist-Information in Schwarzenberg eine Nachricht.  Und dann bekommst Du Drachenpost. 
 
Ich besuche heute wieder einen Freund und einen ganz besonderen Ort. Jan Fuchs ist ein großer Mann. Wenn ich auf seiner Schulter sitze, kann ich von ganz weit oben gucken. Und der Jan sorgt nämlich dafür, dass es in einem wunder-, wunder-, wunderschönen Haus was ganz Feines zu schnabulieren gibt. Und er sorgt auch dafür, dass es in dem so herrlichen Festsaal jeden Monat ganz schöne Musik gibt. Ich war schon zwei Mal da. Das müsst Ihr unbedingt selber erleben!
 
Vielleicht kommt Ihr ja zu Weihnachten nach Schwarzenberg? Zu Weihnachten ist es überall schön im Erzgebirge. In jeder Stadt und in jedem Dorf, aber in Schwarzenberg ganz besonders. Irgendeine Zeitung hat den Schwarzenberger Weihnachtsmarkt als den schönsten in ganz Deutschland gekürt. Na ja, dazu brauche ich keine Zeitung, das weiß ich auch so. Ich würde Euch gerne noch viel, viel mehr erzählen. Aber jetzt muss ich unbedingt mit meinem Freund Jan Fuchs über eine Idee reden. Deshalb bin ich doch unterwegs zu ihm. Und wenn er davon auch so begeistert ist, wie ich, dann erzähle ich Euch auch davon. Spannend….
 
Bis bald,
Euer Kathrinchen Zimtstern
Ach ja: Wenn ihr in Schwarzenberg seid, geht unbedingt was naschen.

Seid Ihr erschrocken, wenn ich von “klauen” – also stehlen – rede? Aber ja doch! Mit den Augen darf man das nämlich! Man kann zugucken oder sich etwas abgucken. Man kann sozusagen “wissen, wie es geht” klauen. Diese Art von Diebstahl ist nicht nur erlaubt, sie ist ja sogar höchst willkommen. Zugucken – verstehen – und dann vielleicht selber machen.
 
Im Handwerk ist das überall so, und im Erzgebirge seit über 800 Jahren. Der Meister macht es vor, der Lehrling guckt zu. Aber nicht nur Lehrlinge gucken zu, weil sie das alles irgendwann selber können wollen. Nein, es gibt auch Zugucker, die einfach nur Bauklötze staunen, was Menschenhände so alles können. Und genau das erlebe ich in zwei Wochen wieder. Dann kommen nämlich ganz, ganz viele Stauner ins Erzgebirge. Sie beugen sich über einen Arbeitsplatz und verstehen die Welt nicht mehr. Keine KI, keine Maschinen, keine Smartphones, sondern Hände, die etwas ganz Wundervolles erschaffen.
 
Über 130 Manufakturen, Museen und Vereine öffnen ihre Türen für die deutschlandweit einmaligen Tage des traditionellen Handwerks am 17. und 18. Oktober 2026. So etwas gibt es nirgendwo noch einmal, nur in meinem Erzgebirge. Oh ja, die Auswahl fällt da seeeehr schwer. Ich weiß….. Aber dafür bin ich ja da, und meine Freunde auch. Wir alle zusammen haben Geheimtipps für Euch. Wir verraten Euch nämlich, wo ihr den allergrößten Könnern zugucken könnt.
 
Es ist also ganz einfach. Sucht Euch ein Hotel aus in Holzhau, in Bärenfels, in Marienberg, in Warmbad  oder in Schwarzenberg. Dann geht’s los.
 
Und falls Ihr in Olbernhau vorbei kommen solltet, besucht ihr mich, ja? Ich heb Euch auch ein Stück Apfelkuchen auf. Versprochen!
 
Bis ganz bald,
Euer Kathrinchen Zimtstern

Kapitel 16 | Was mit den Händen machen (Olbernhau)

Jetzt wird es aber höchste Eisenbahn, dass ich Euch etwas darüber erzähle, was es in meiner Heimatstadt Olbernhau Einmaliges gibt. Vier MitMachLäden! Und alle tragen sie meinen Namen! Einer ist ein Buchladen mit Papierwerkstatt, einer eine Backschule, einer eine Nähschule und einer ist eine Holzwerkstatt. Ihr glaubt ja nicht, wie stolz ich darauf bin! Nirgendwo in ganz Deutschland gibt es so etwas. Nirgendwo! Nur in meinem Erzgebirge und nur in meiner Lieblingsstadt!
 
Warum ich das gemacht habe, wollt ihr wissen? Na ja, ich hatte bei meinen Vorlesebesuchen in Schulen und KIndergärten gemerkt, dass ganz viele Kinder sich ziiiiemlich schwer tun beim Handwerkeln. Keine Ausdauer, wenig Konzentration, kein Drüber bleiben über etwas Angefangenem. Stellt Euch mal vor, mir sind Schulkinder (!) begegnet, die nicht mit der Schere umgehen konnten! Das geht doch so nicht! Da muss man doch was machen! Meine Freunde haben mir geholfen, und gemeinsam haben wir vor sechs Jahren den ersten MitMachLaden gegründet. Ein Ort, an dem Kinder ganz viel Handwerkliches lernen und wo die großen Leute wieder zu Kindern werden. Herrlich!
 
Ein Jahr später kam die Backschule dazu, wieder ein Jahr später die Nähschule und noch mal ein Jahr später die Holzwerkstatt. Und alle sind sie mitten in der Stadt. Aber wisst Ihr was: Es wird immer schwerer, die Kinder vom Smartphone wegzulocken. Ich bin manchmal ganz verzweifelt! Dabei hängt doch Hand und Kopf zusammen. Wer die Hände nicht benutzt, dessen Kopf bleibt ziemlich leer. Ooooh, ich mach mir solche Sorgen! Ihr auch?
 
Wenn Du mich im Erzgebirge also mal besuchen kommst, dann bring doch Dein Kind mit. Oder Dein Enkelkind. Oder eins aus der Familie oder auch von Freunden. Und dann machen wir alle zusammen etwas ganz, ganz Schönes. Großes Engelchenehrenwort!
 
Euer Kathrinchen Zimtstern
PS: Wollt Ihr mir helfen? Das wäre aber schön. Guckt doch mal hier: https://www.kathrinchen-zimtstern.de/kathrinchen-zimtstern-e-v/ 

Kapitel 15 | Tri, tra, trallala… (Bärenfels)

Kennt Ihr das noch? Tri, tra, trallala, der Kasperle ist wieder da…
Oh ja, ich liebe das Puppentheater. Und ich liebe Kasperlepuppen. Ich weiß aus meinem Zuhause, dass der Kasper und seine Streiche eine sächsische Erfindung ist. Und das allererste Kasperle-Stück ist sogar im Erzgebirge aufgeführt worden. Jawoll! Wenn ihr das ganz genau wissen wollt, dann guckt mal hier.
 
Aber es gibt noch eine andere erzgebirgische Geschichte dazu. Mit Hohnsteiner Puppen spielte nämlich auch ein Mann aus Bärenfels, das war der Paul Hölzig. Und in Bärenfels habe ich ja auch schon Kasperlepuppen entdeckt, nämlich bei meinem Freund Jan Kempe. Und noch mehr Puppen habe ich im Schloss Lauenstein gefunden, das ist fast nebenan. Lauenstein ist ein ganz besonderer und wunderschöner Ort, und das Schloss hat mich ja so was von verzaubert. Ich bin durch die Räume geflattert und habe gestaunt.
 
Aber noch mehr gestaunt habe ich über die Geschichte von Paul Hölzig, der einer der besten Puppenspieler der DDR war und der hatte – man höre und staune – seinen festen Spielsitz im Gasthof Bärenfels. Und deshalb veranstaltet mein Freund Jan Kempe zusammen mit Puppenspielern von überall her jedes Jahr das Bärenfelser Puppentheaterfest. Oooooh, wie bin ich aufgeregt! Ich darf nämlich mit im Publikum sein. Noch drei Wochen muss ich warten, dabei kann ich’s doch kaum erwarten! Aber was glaubt ihr, wie ich es schaffen werde, die lange Zeit auszuhalten? Ich spiel mit meinen Geschwistern Kasperletheater….
 
Habt Ihr Zeit? Kommt Ihr auch mit? Dann sehen wir uns ja vielleicht bald!
Euer Kathrinchen Zimtstern

Kapitel 14 | Ganz im Osten (Altenberg)


Oooooch, es scheint ja so, als ob dieser herrliche Sommer nun vorbei ist. Habt Ihr auch Abschiedsweh? Ich habe das jedes Jahr. Aber wenn dann der erste Ahornbaum rot leuchtet, oder der alte Weinstock an meinem Zuhause, dann ist das – schnipps – ganz anders. Denn dann beginnt die große Zeit der Vorfreude. Es wird stiller draußen, das Licht wird anders, abends ist es dunkel, eine erste Kerze leuchtet…. Schöööön….
 
Heute darf ich ein bissel trödeln und vor mich hin träumen, denn gestern bin ich ganz, ganz weit geflattert.  Nach Altenberg. Und für ein kleines Engelchen ist das ziemlich weit von Olbernhau weg. Wusstet Ihr, dass das Erzgebirge sich wie ein grünes Band von Osten nach Westen erstreckt und 150 Kilometer lang ist? Ja, so ist das. Und Olbernhau liegt in der Mitte. Nun könnt ihr selber ausrechnen, wie weit ich gestern geflogen bin und euch ausmalen, wie anstrengend das war. Ich musste sogar zwischenlanden vor Erschöpfung und habe bei meinem Freund Jan Kempe eine ganz feine heiße Schokolade geschleckert. Hmmm…. Und wie liebevoll sich da alle immer um mich kümmern…
 
Aber was ich in Altenberg alles entdeckt habe! Unglaublich! Zuallererst habe ich von ganz weit oben etwas gesehen, was wie eine riesige Schlange aussah. Dabei ist es ein Eiskanal – eine Rennschlitten- und Bobbahn – und die zählt zu den anspruchsvollsten Kunsteisbahnen der Welt. Jawohl – der ganzen Welt! Ihr dürft da nicht runter fahren, aber ich kann durch den Eiskanal flattern! Engelchenvorteil… Wenn ihr da im Winter mal hinfahrt, trefft ihr garantiert Olympiasieger und Rekord-Weltmeister, die da trainieren. Sagt dann einen schönen Gruß von Kathrinchen Zimtstern und prompt bekommt ihr ein Autogramm. Kannste glauben…
 
Und dann ist da noch ein Hochmoor. So eins, wie es in Schottland welche gibt. Da muss man auf einem Knüppelweg durch laufen und darf nicht vom Weg abkommen! Das ist nämlich kreuzgefährlich! Da kann man versinken! Neee, so schlimm ist es nicht, keine Angst. Aber spannend ist das schon, oder? Und wenn ich mir überlege, was da alles so unter der Erde liegt. Ganz, ganz kostbare Sachen. Solche, die man für Handys und so braucht. Wer weiß, vielleicht lesen wir noch mal ganz große Nachrichten über Zinnwald, das gleich neben Altenberg liegt.
 
Ich habe so viele liebe Menschen getroffen. Die wandern, fahren Rad oder mit der Weißeritzbahn. Sie machen kleine Ausflüge, weil alles so nah beieinander ist hier. Und sie bewundern die weiten Blicke, die man hier haben kann. Ja, Weitblick, den gibt es hier….
 
Nächste Woche gehts weiter!
Dein Kathrinchen Zimtstern.
 
PS: Schick doch die Webseite www.stollenphantasie.de an Deine Freunde weiter, damit sie das Rätsel auch lösen können und vielleicht eine Reise in mein Erzgebirge gewinnen.

Kapitel 13 | Wie alles begann


Meine “Mama” erfuhr von dieser Geschichte und hat die Menschen an einen Tisch gebracht, die die schönsten Räuchermännlein, Nussknacker, Wichtel, Engelsmusikerinnen etc. herstellen in ihrer Werkstatt. Und gemeinsam haben sie es geschafft, dass aus der Geschichte ein wunderschönes Buch wurde. Mit zauberhaften Illustrationen, gedruckt auf feinstem Papier hoch im Norden im Husum Verlag.
Und was für einen Spaß da alle dran hatten! Also ging das Abenteuer weiter. Ein zweites Buch erschien und ein drittes. Ein Theaterstück wurde geschrieben und aufgeführt. Ein Musiker komponierte fetzige Musik dazu und machte aus dem Stück ein Musical. Bis heute tourt Micha Winkler zusammen mit seinen Musikerkollegen. Das müsst Ihr Euch mal ansehen! Jazz meets a wonderful story….
 
Dann kam Corona und nichts war es mehr mit Theaterspielen. Alle mussten zuhause bleiben. Was hat meine “Mama” gemacht? Einen Geschichtenwettbewerb ausgerufen. Menschen von überall her haben mitgemacht. Lauter Schreiberlinge. Kleine und große. Eine Jury hat dann die allerschönsten Geschichten ausgewählt und in einem Buch veröffentlicht. Und weil’s so schön war, wurde “Erzähl mir was” noch zwei Mal wiederholt. Aller guten Dinge sind schließlich drei….
Ja und dann….Dann gab es noch eine ganz, ganz besondere Premiere. Aber das ist eine neue und so, so spannende Geschichte….
 
Nun seid Ihr aber bestimmt auf die Überraschung gespannt, die ich Euch angekündigt hatte für heute: Es ist September, und die Stollensaison hat begonnen in den Backstuben des Erzgebirges. Aber stellt Euch mal vor – in diesem Jahr wird es zum allerersten Mal einen Kathrinchen-Zimtstern-Stollen geben! Nach einem ganz, ganz alten Geheimrezept. Und mit ganz, ganz viel Magie. Wisst Ihr noch, wie die geheime Zutat ist? So, wie ihr es im Film gesehen habt, werde ich durch die Backstuben flattern. Und ganz sicher seid Ihr die Ersten, denen ich es verrate, wenn der erste Stollen fertig ist. Großes Engelchenehrenwort!
 
Euer Kathrinchen Zimtstern
 
PS: Schaut doch mal bei meinen Freunden vorbei, es gibt überall neue Dinge zu entdecken.

Kapitel 12 | Die Schweiz ist im Erzgebirge (Wolkenstein)


Ich war noch mal planschen in der Silbertherme, ich kann’s einfach nicht lassen. Aber dann habe ich doch Tschüß gesagt, denn ich möchte unbedingt diese herrliche Burg erobern, die da hoch oben über dem Tal zu sehen ist. Burgen sind doch immer so spannend! So geheimnisvoll! Also los, flieg Kathrinchen….
 
Von ganz tief unten aus dem Zschopautal und vorbei am einzigsten Zughotel Deutschlands führen Serpentinen hoch zur Stadt Wolkenstein. Der Name scheint Programm zu sein! Die Häuser stehen auf Steinen, die tatsächlich fast in die Wolken ragen. Ich flattere über einen idyllischen Marktplatz. Kathrinchen, bist Du sicher, dass Du im Erzgebirge bist? Hier sieht es doch eher aus, wie auf Fotos von Südfrankreich!
 
Nur ein paar Meter vom Marktplatz weg ist der Eingang zur Burg Wolkenstein. Über 800 Jahre ist sie alt und um 1500 von Herzog Heinrich im Stil der Renaissance umgebaut. Das ist der gleiche Herzog, der Marienberg anlegen ließ. Wisst Ihr noch? Das muss ein kunstinteressierter und seeeehr weitsichtiger Mann gewesen sein, dieser Heinrich. Ja, solche Landesherren soll es tatsächlich geben…..
 
Ihr müsst da unbedingt mal hin. Es ist immer schön in Wolkenstein, aber manche Feste sind ganz besonders zauberhaft. Nicht umsonst werden sie jedes Jahr gefeiert. Und noch etwas müsst Ihr unbedingt tun im Schloss Wolkenstein. Was essen. Warum? Na dann guckt mal hier.
 
Das Aller-, Allerschönste kommt aber noch. Also jedenfalls für mich. Ich mach mich nämlich jetzt auf den Weg in die Wolkensteiner Schweiz. Ja, Ihr habt richtig gelesen, in Wolkenstein gibt es nicht nur ein Schloss, sondern auch eine Schweiz. Eine zum Klettern, zum Gucken, zum Staunen. Habt Ihr Lust mitzukommen? Mit Martin und Maxi. Ich war dabei, echt jetzt. Ich habe doch die Kamera gehalten…. 😉  Oooooh, wie liebe ich mein Erzgebirge! So, so sehr.
 
Bis Freitag! Und dann mit einer großen Überraschung!
Euer Kathrinchen Zimtstern

Kapitel 11 | Heute schon gebadet? (Warmbad)

Ich habe letzte Woche ganz vergessen, was zu erzählen. In Seiffen habe ich nämlich einen Ort entdeckt, der sucht im Erzgebirge seinesgleichen. Was habe ich dort gestaunt. Junge Leute sind da am Tun, die sich richtig was getraut haben. Und was für herzliche Gastgeber das sind. Erzgebirger eben…. Ein absoluter Geheimtipp von mir für alle die Ferienwohnungen lieben. 

Aber jetzt mach ich mich fein und flattere in einen Kurort ganz in der Nähe. Bad Elster und Bad Brambach kennen viele Menschen, aber habt Ihr schon etwas über Warmbad gehört? Nee, doch nicht so was für Warmduscher! Hey, Ihr Wortakrobaten, habt mal bissel Respekt! Mein Warmbad ist nämlich was ganz Altes und Würdevolles!

1385 – also vor fast 650 Jahren (!) – wurde beim Silbererzschürfen eine warme Quelle entdeckt.  Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte bald danach als “Warmbate zu Wulkenstein”. Wir reden hier über die älteste und vor allem auch die wärmste Thermalquelle Sachsens! 26,5 Grad ist sie warm und war Wallfahrtsort, Fürstenbad und Bergarbeitersanatorium. Jawoll! 

Aber denkt mal nicht, dass Warmbad deshalb ein altmodischer Badeort ist. Nee, nee, genau anders rum. Die Silbertherme ist neu, die Kurklinik ist neu, der Kurpark ist das und ebenso die Konzertbühne. Da hat sich ein roter Faden aus der Geschichte aber gemausert! Herrlich! Ich sag’s immer wieder: Die Erzgebirger….

Aber es gibt noch so einen roten Faden, der ist nur nicht ganz so lang. In den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts war Warmbad ein Bergarbeitersanatorium und man baute für diesen Zweck eine große Kurklinik, das Pawlow-Haus. Nach 1990 verfiel es. Kein Retter wollte sich finden. Beseelte Menschen mühten sich sehr, ich habe einige davon kennengelernt. Bis dann ein “Verrückter” kam. Nein zwei! Ist das nicht ein Wunder? Ihr müsst herkommen. Echt jetzt.

Jetzt bin ich aber groggy vom vielen Gucken. Ich setze mich zu meinem neuen Freund Gregor Kumberger auf den Tresen und lasse die Beinchen baumeln. Engelsgleich natürlich….

Euer Kathrinchen Zimtstern

Kapitel 10 | Strampeln, strampeln, strampeln (Olbernhau)

Na? Bist Du auch so ein leidenschaftlicher Fahrrad-Fahrer? Also ich ja nicht, dafür sind meine Beinchen zu kurz. Ich mache es mir da bequemer und fahre auf irgendeiner Schulter mit. Aber was man von da aus alles sieht! Und wie schnell man da unterwegs ist! Meine Güte….
 
In den letzten beiden Wochen bin ich so viel herum gedüst. Zuerst beim ErzgebirgsBikeMarathon. Ja, Du hast richtig gelesen – MARATHON. Und der findet schon seit 1993 statt, also schon dreiunddreißig Jahre! Jedes Jahr kommen über eintausend radsportbegeisterte Menschen nach Seiffen. Gegründet wurde der ebm von zwei “total Verrückten”, von Günter und Albrecht Dietze. Vater und Sohn. Ich kenne die zwei schon sehr, sehr lange und bewundere die beiden so, so sehr. Was für eine Kraft und Ausdauer hinter einem solchen Projekt steckt!
 
Die beiden haben etwas ziemlich Altes wiederbelebt, denn die Erzgebirger sind schon lange große Geschwindigkeitsenthusiasten. Eigentlich mehr auf der Piste, ja, ich weiß doch…. Aber Sport hat eben immer was Frisches, findet ihr nicht auch? Und mal über sich hinaus zu wachsen, tut gut. Sportler sind fit. Vor allem im Kopf.
 
In meiner Heimatstadt Olbernhau gibt es immer eine Woche später ein ganz ähnliches Spektakel. Das fand nun auch schon zum 30. Mal statt und mit ebenso vielen Menschen, wie in Seiffen. Glückwunsch an alle, die das gestemmt haben! Ja, es gibt ganz, ganz viele Radler hier und mindestens genau so viele kommen aus allen Gegenden Deutschlands. Das Erzgebirge zieht eben an. Am allerschönsten ist es, mit der Erzgebirgsbahn anzureisen. Das liebe ich selber so, so sehr. Und wie fix das geht. Ohne Ampeln, ohne Stau, ohne Baustellen in 60 Minuten von Chemnitz bis Olbernhau. Und was man da alles sieht unterwegs! Ein Viadukt, eine Burg, einen wildromantischen Fluss…
 
Manche Menschen lieben die Wettbewerbe und das Fahren im Pulk, andere mögen das Alleinesein in der Natur. Und mit denen komme ich besonders gerne mit. Ich passe nämlich auf sie auf und sie auf mich. Und dann… Ja und dann darf ich mich wieder bei meiner Freundin Iris Gläser ausruhen. In Holzhau, im Hotel Talblick, direkt an der der Blockline. Hach jaaa…. Füße hoch und einfach nur gucken….

Euer Kathrinchen Zimtstern

PS: Hier sind alle meine Freunde.

Kapitel 9 | Kein Wölckchen am Himmel (Saidenbachtalsperre)

Oooooh, ist das heiß im Erzgebirge. Ein Lüftchen weht ja, aber das fühlt sich eher so an, als wären wir in Griechenland. Aber: Warum in die Ferne schweifen….

Das Erzgebirge ist nicht gerade bekannt für viel Wasser, sondern eher für saftiges Grün und große Wälder. Na ja, das stimmt ja auch, genau das haben wir hier. Aber nicht nur deshalb, weil unser Wetter so ist, wie es ist. Nee, nee, das liegt vor allem an den vielen Talsperren und künstlich angelegten großen Teichen. Und die sind alle miteinander verbunden und gleichen die Wasserstände untereinander aus. Revolutionär, oder?

Man könnte denken, das haben kluge Leute von heute gemacht, stimmt’s? Aber nein, den Anfang dieser Kunst machten die Bergleute vor mehreren hundert Jahren. Ohne Wasserkraft waren die nämlich aufgeschmissen! Und weiter ging es dann vor mehr als einhundert Jahren mit den großen Trinkwassertalsperren zur Versorgung der schnell wachsenden sächsischen Städte. 43 Talsperren gibt es im Erzgebirge und ich weiß nicht, wie viele sehr große Teiche die Zahl noch toppen. DREIUNDVIERZIG! Das wusstet ihr nicht, stimmt’s oder hab ich recht? Für heute und für die Zukunft haben uns unsere Vorfahren einen riesigen Schatz hinterlassen. Und der ist viel mehr wert, als irgendwelche Edelmetalle. Das Wasser wird nämlich niemals knapp werden bei uns.

Wenn Ihr Lust habt, dann wandert doch mal um eine dieser herrlichen Stauseen rum. Ich mag die Saidenbachtalsperre am liebsten. Von keiner Straße aus ist sie zu sehen – wie übrigens die meisten nicht. Ich kann durch den kühlen Wald flattern und mich freuen, dass ich nicht tippeln muss. Der Rundweg ist nämlich über 23 km lang. Ja, ja, so groß ist die Wasserfläche.

Na und planschen und schwimmen kann man hier überall. Es gibt herrliche Bäder im Erzgebirge, denn unsere Bürgermeister achten darauf, dass hier nicht alles so nach und nach zu macht, wie anderswo. Ja, die Erzgebirger… So sind sie halt….Sie denken nicht in Vier-Jahres-Zeiträumen, sondern eher vierzig Jahre voraus. Mindestens.

So, und ich geh jetzt Gold waschen! Gleich neben meinem Zuhause fließt die Flöha. Und die ist nämlich goldhaltig! Ja, Ihr habt richtig gelesen, die Flöha führt Gold mit sich. Winzigste Krümelchen, keine Nuggets. Aber Gold! Psssst, nicht weitererzählen. Das ist doch mein Geheimnis! Und wisst Ihr, was ich als Verpflegung dabei habe? Flöhakiesel….  

Bis Freitag und bleibt schön neugierig!

Euer Kathrinchen Zimtstern

Kapitel 8 | Im Spielzeugland (Seiffen)

Aufwecken, Ihr Schlafmützen, es wartet ein neues Abenteuer!

Seht Ihr das winzige rote Püppchen in meiner linken Hand? Das ist Dorle. Und Dorle kommt immer mit. Egal, wohin ich fliege. Dorle ist nur neun Millimeter groß und aus Lindenholz gedrechselt. Diese Kunst muss man erlernen und vor allem ganz viel üben. Und nur hier und nirgendwo sonst auf der ganzen Welt gibt es dafür eine Schule – die Spielzeugmacherschule. Drei Jahre lang muss man ganz, ganz viel lernen, aber dann ist man ein Holzspielzeugmacher oder eine Holzspielzeugmacherin. Ja, so einen herrlichen Titel trägt man dann. Und wenn man so viel Freude an ganz kleinen und ganz feinen Miniaturen hat, macht man eben solche Winzigkeiten, wie mein Dorle. Oder wie den kleinen Maulwurf, der dort aus dem Hügel guckt.

In fast jedem Haus in Seiffen wird gewerkelt. Und immer sind es so hübsche Dinge. Klar, gibt es die grimmigen Nußknacker. Und klar, gibt es die witzigen Räuchermännlein. Und auch den Pyramidenhubschrauber gibt es, mit dem ich in den hohen Norden geflogen bin. Wisst Ihr das noch? Da war doch der Weihnachtsmann entführt worden…. Aber in den Spielzeugmacherhäusern gibt es viel, viel, viel mehr! Ich kann mich nicht satt sehen an Tieren, Blumen, Laternenkindern, großen und kleinen Bäumen, Hampelmännern, Pilzsammlern, Anglern… Alle sind sie aus Holz gemacht. Und die meisten sind so fein bemalt! Oh ja, ich weiß es ja von Zuhause, dass das eine große Kunst ist.

Mitten im Spielzeugdorf gibt es ein fröhlich buntes Hotel, das auch so heißt. Ich bin fertsch vom Gucken, fix und fertsch. Inmitten von herrlichstem bunten Spielzeug lande ich auf einem Tisch und… schlafe ein….
Aber als sich meine Äuglein wieder öffnen, gucke ich in ein lachendes Gesicht. Ei, das ist doch mein Freund Ronny Weiß! Und er hat mir schon meine Lieblingsbrötchen vom Walther Bäcker besorgt – die aus feinstem Roggensauerteig und mit Sonnenblumenkernen. Hmmmmm…. Krieg ich noch bissel Marmelade? Die aus den Waldhimbeeren?

Nächsten Freitag sehen wir uns wieder. Und dann erzähle ich Euch ein ganz, ganz schönes Geheimnis. Aber heute noch nicht….

Euer Kathrinchen Zimtstern

Kapitel 7 | Wenn man fliegen kann (Marienberg)

Halli hallo, da bin ich wieder.
 
Es ist Freitag, und es ist ein herrlicher Sommertag. Ich habe wunderbar geschlummert auf dem Dachboden von Professor Schlumann und will jetzt raus! Rumdüsen, umherflattern, Abenteuer erleben.
Ich möchte meinen Freund Ronny Weiß besuchen. Fliegt Ihr mit mir nach Marienberg?
 
Könnt Ihr Euch vorstellen, dass es hier einmal zuging, wie in Alaska? Nur dass nicht nach Gold gesucht wurde, sondern nach feinstem Silber. Von überall her zog es die Menschen in die damals undurchdringlichen Wälder des Miriquidis. Tiefe Schächte wurden gegraben. Gefährlich war das. Darüber erzähle ich Euch später noch mehr. Dagegen war das Goldwaschen wohl ein Klacks. Die Schatzsucher kamen nur notdürftig unter. Und da gab es einen sehr weitsichtigen Landesherren (ja, so was soll es tatsächlich geben!), der sich entschloss, eine ganz neue Stadt zu bauen. Das war 1521. Und da ich fliegen kann, habe ich es mit meinen eigenen Augen von oben sehen können, dass die Stadt Marienberg völlig rechtwinklig angelegt ist. Wie ein Schachbrett! Im Lexikon von meinem Professor Schlumann steht, dass es die früheste bis heute erhaltene Idealstadtanlage nach dem Vorbild der italienischen Renaissance nördlich der Alpen ist. Viele erhaltene Denkmäler und Portale zeugen noch heute von den Anfängen der Renaissance im Erzgebirge .Wow…. Weltkulturerbe eben…
 
In der Mitte liegt der quadratische Markplatz der Stadt. Das ist einer der größten Deutschlands! Und wenn ich von da aus die Straße nur ein paar Meter weiter runter tippel, sehe ich den Eingang eines zauberhaften Hotels, das “Weisse Roß”. Ooooh, wie schön es hier ist, nun bin ich angekommen. Ich setze mich zu meinem Freund Ronny Weiß in die Lobby auf das blaue Sofa, das ich so sehr liebe, und koste ein feines Törtchen. Ihr wisst doch, ich bin eine Naschkatze…. Ja, backen können die Erzgebirger. Und wie! Wie freue ich mich schon, wenn es den ersten Stollen gibt….. Davon lasse ich Euch alle kosten. Seid mal schön gespannt!
 
Aber jetzt ist Sommer. Auch im Erzgebirge. Wusstet Ihr, dass es in Marienberg das größte Erlebnisbad Sachsens gibt? Oder dass gleich in der Nähe das wildromantische Schwarzwassertal ist? Dort denken manche, sie seien in Kanada angekommen… Das glaubt ihr nicht? Probiert es aus! Ich bin mir sicher, ihr gebt mir recht.
 
Und jetzt gehe ich noch eine Runde klettern. Wohin? Na dorthin, wo das fröhliche Kinderlachen her kommt…
 
Euer Kathrinchen Zimtstern
 
PS: Willst Du auch mal fliegen? Auch das geht hier.

Kapitel 6 | Theaterfieber (Greifensteine)

Hallo Ihr Lieben,
 
was glaubt ihr, wie meine Flügelchen schmerzen…. Da bin ich nun in Zwönitz losgeflattert und dann in ein Gewitter geraten. Oh ja, die gibt es hier manchmal. Und wie dolle die sind! Die Wolken hingen tief über dem Greifenbach-Stauhweiher, und die Blitze haben die Landschaft erleuchtet. Aber was es da alles zu sehen gab! Ganz viel Wasser, Zelte, ein Badestrand, und gleich nebenan Felsen! Na guck, dort zwischen den riesigen Steinen ist ja eine Freilichtbühne! Stellt Euch vor, seit 75 Jahren wird hier Theater gespielt  Und was man da alles sehen kann! Sogar die “Kleine Hexe”, ist das schööööön…..
 
Ob ich hier bleibe und zusehe? Aber vorher muss ich meinen Freund Tobias Nönnig besuchen. Ich durfte nämlich schon mal mit in seine Brot-Back-Stube und dem Teig zusehen, wie er vor sich hin blubbert. Pssst! Das ist ein Geheimnis! Nichts verraten! Und stellt Euch vor: Manchmal, wenn nachmittags ein Brot übrig bleibt, macht der Tobias Chips draus. Chips aus feinstem Greifenstein-Brot! Das müsst Ihr unbedingt ausprobieren! Ich hole mir jetzt jedenfalls welche, und dann setze ich mich in der Freilichtbühne zwischen die vielen Kinder und gucke “Die kleine Hexe”. Oder doch lieber Pippi Langstrumpf? Was wird denn heute gespielt?
 
Doch halt. Was ist das denn? Hier fliegen ja Menschen durch die Luft! Aber die haben doch gar keine Flügel, so wie ich! Hiiiiilfe, muss ich jetzt die Feuerwehr rufen? Oder die Bergrettung? Nee, muss ich nicht… Aber ich kann’s schon verstehen, dass die Menschen fliegen wollen, wie wir Engelchen. Das wollten sie doch schon immer. Ihr auch?
 
Bis bald!
 
Euer Kathrinchen Zimtstern

Kapitel 5 | Naschkatzen (Zwönitz)

Na hallo, da bin ich wieder….

Habe ich Euch schon erzählt, dass wir alle hier bei mir zu Hause Naschkatzen sind? Was gibt es doch für schöne Worte im Erzgebirge für uns Süßschnäbel: Süßguschl sagt man hier, oder verfressener Zwinsch. Und wenn’s eher hochdeutsch sein soll: Leckermäulchen.

Ich bin auch ein Süßguschl, und immer wieder suche ich mir was zum Naschen bei einem der wunderbaren erzgebirgischen Bäcker. Oh ja, davon gibt es hier tatsächlich noch viele. Und zwar solche, die alles können. Brot und Brötchen, viele Blechkuchen, den echten erzgebirgischen Stollen (logisch!) und eben auch Sahniges, wie vom Konditor. Jawohl. Na und letzte Woche habe ich was ganz, ganz Schönes entdeckt. Ein Erdbeer-Omelett. Neee, nicht so eins aus Eiern, sondern aus feinstem Biskuit, luftiger süßer Sahne und roten Erdbeeren. Und die kamen direkt vom Feld! Was war das für ein Schmaus! Katja, die Chefin der Bäckerei Walter, hat sich zu mir gesetzt, mir beim Naschen zugeguckt und dabei erzählt, dass auch erzgebirgische Erdbeeren was Besonderes sind. Nämlich schöööön langsam gereift….

Aber sie hat mir noch mehr erzählt. Nämlich dass es gar nicht weit weg ein ganz außergewöhnliches Städtchen gibt, das ich mir unbedingt ansehen muss. Mit ganz vielen Geschichten. Zwönitz heißt die kleine Stadt, und dort würde ich auch jemanden finden, der sich mit kleinen Engelchen ganz besonders gut auskennt. Also los… Flieg, Kathrinchen, flieg….

In Zwönitz lande ich mitten auf dem Markt, der übrigens seeehr lebendig ist. Von wegen verschlafenes Erzgebirge…. Und gleich sehe ich, worüber Katja Walter mir erzählt hatte – mehrere riesengroße Schaufenster mit ganz kostbaren Dingen aus Holz. Die Ladentür geht auf, und ein Mann mit lustigen Augen begrüßt mich. “Mensch, Kathrinchen, dass Du hier bei mir bist. Ich kann es gar nicht glauben.” Jens Kriegel heißt der Mann. Ihm gehört dieses herrliche Paradies mit dem Namen “Erzberger Holzkunst”. Oooooh, ist das schön…. Was für eine Wunderwelt! Draußen am Schaufenster drücken sich Kinder die Nasen platt. Ich mache das auch – an jeder Vitrine bleibe ich stehen und staune, staune, staune.

Au weia, ist das viel… Und dort in der Ecke sind ganz viele Bilder aufgehängt von einem Mann, der ein richtiger Rebell gewesen sein soll. Das will ich aber genau wissen. Gebt ihr mir bissel Zeit? Ich erzähle nächste Woche weiter, ja?

Euer Kathrinchen Zimtstern

PS: Die Katja, den Jens und alle meine Freunde findet ihr hier.

Kapitel 4 | Spielereien (Bärenfels)

Hallo Ihr Lieben, 

Ihr glaubt es nicht: Heute haben mich doch tatsächlich zwei meiner Engelchen-Geschwister neugierig gemacht. Die zwei Süßen haben nämlich Puppen in der Hand. Handspielpuppen. Eins das Kasperle und eins das Kathrinchen Zimtstern – also mich selber – als Handspielpuppe. Und die beiden haben mir erzählt, dass das Kasperletheater aus Sachsen kommt. Ganz genau aus Hohnstein. Und dass das allererste Kasperlestück im Erzgebirge aufgeführt wurde. Echt jetzt? Auch da ist das Erzgebirge die Nummer eins?

Na und dann haben die zwei Engelchen mir ganz aufgeregt erzählt, dass es in meinem Erzgebirge ein Puppentheaterfestival gibt. In Bärenfels. Was für ein Wort! Bärenfels …
Da habe ich mir doch gleich wieder den Atlas vom Professor Schlumann herausgekramert. Bärenfels liegt bei Altenberg, ganz im Osten meines Erzgebirges. Also los. Flieg, Engelchen, flieg…

Und tatsächlich habe ich doch in Bärenfels eine Puppensammlung gefunden. Nicht etwa in einem Museum. Nee, nee, in einem Hotel! Im Naturhotel Bärenfels. Liebe Freunde, das müsst Ihr Euch ansehen. Was heißt ansehen, da müsst Ihr Urlaub machen! So was Schönes, so was Herzliches, so viel Köstliches, so viel Musikalisches! Ich habe mich also auf die Schulter von Herrn Kempe gesetzt und mir alles zeigen lassen. Und auch hier wollte ich unbedingt bleiben. Natürlich am liebsten bei der Puppensammlung. Aber ich komme wieder, nämlich im Oktober. Dann, wenn es durch den ganzen Ort schallt: Tri, tra trallala, Kasperle ist wieder da.

Euer Kathrinchen Zimtstern

PS: Besucht mal meine Freunde auf ihren Webseiten! Sie freuen sich.

Kapitel 3 | Eine Drachengeschichte (Schwarzenberg)

Sehr geehrte Frau Kerstin Drechsel,

Im Erzgebirge gibt es Drachen? So ganz richtige? Welche, die Feuer speien? Tatsächlich. Es gibt eine Sage, dass einst ein Drache sein Unwesen trieb bei Schwarzenberg. Dort muss ich hin!
 
Hoch oben über dem Tal sehe ich ein riesiges und schönes Schloss. Ob ich da etwas über die Drachengeschichte finde? Ich steige den Berg hinauf vorbei an Fachwerkhäusern und alten Bäumen. Beim Holzbildhauer Rademann in der Schloßstraße entdecke ich im Schaufenster lauter Engelchen-Geschwister. Und auch einen Schwarzenberger Drachen. Gibt’s doch gar nicht. Ob da gleich ein echter Drachenkopf um die Ecke guckt?
 
Aber gleich gegenüber ist was viel Feineres! Ein Bäcker! Einer, der offensichtlich ganz besonderes Brot bäckt. “Brot Sommelier” steht am Schaufenster. Da knurrt mein Engelchen-Magen aber. Da muss ich hin.
Ich flattere auf die Ladentheke und frage nach dem Bäcker. Ein großer Mann mit freundlichen Augen kommt aus der Backstube. “Wenn hier ein Engel im Laden steht, muss ich den Teig doch in Ruhe lassen”, brummelt er in seinen Bart. Pierre Kittel ist ein ganz besonderer Kerl. Lustig und mit vielen schrägen Ideen. Er zeigt mir seine Fotos und die witzigen Videos, die er mit seinen Freunden auf Fatzebook teilt. Ich muss kichern, und wir zwei gucken uns verschwörerisch an. Pssst, niemandem verraten: Pierre bäckt auch ganz wundervolle Weihnachtsstollen nach altem erzgebirgischen Rezept. Und auf deren Packung steht dann: Gebacken mit Engelsgeduld. Das werde ich aber probieren, wenn’s soweit ist!

Bis ganz bald,
Dein Kathrinchen Zimtstern

Kapitel 2 | Fast in den Wolken (Holzhau)

Sehr geehrte Frau Kerstin Drechsel,

Ooooh, war das weit. Wusstet Ihr, dass sich das Erzgebirge über ungefähr 200 Kilometer erstreckt? Wenn ich von einem zum anderen Ende flattern will oder gar tippeln, ist das ganz schön weit. Engelchen können viel, aber beamen haben wir noch nicht gelernt. Also geht das nur in Etappen. Und eine habe ich mal getestet, denn mir wurde erzählt, das es einen berühmten Wanderweg gibt. Den Kammweg. Und der wurde gerade zum drittschönsten in Deutschland gekürt. Wow…. Aber wer auch immer das so bestimmt hat… Es ist wahr! Ich habe mich also auf die Schulter meiner “Mama” gesetzt und bin mitgewandert, ohne meine Beinchen zu brauchen…

Aber vorher haben wir herrlich geschlafen. Ganz hoch oben über dem Tal. In einem Hotel, das auch so heißt, nämlich “Talblick”. Das sieht nach Sonne aus und ist innen drinnen so warm vor lauter Herzlichkeit, dass ich am liebsten da geblieben wäre. Es ist zum Dahinschmelzen dort. Ein so herrlicher weiter Blick. Ein Bier aus der Brauerei gleich nebenan, hinter mir der Wald. Wandern? Wozu? Ich will hier bleiben….

Am Morgen geht es dann aber doch los. Nach einem Frühstück, das mich wieder zum Hierbleiben verführen will. Mit uns zusammen sitzen viele Menschen in Radfahrerkluft am Tisch, die alle ganz “bremsig” sind. Sie wollen endlich aufbrechen, denn das Hotel “Talblick” liegt direkt an der Blockline. Was das nun wieder ist? Na, eine Tour! Und was für eine! Made in Erzgebirge eben….

Bis ganz bald,
Dein Kathrinchen Zimtstern

Kapitel 1 | Apfelkuchen (Zschopenthal)

Sehr geehrte Frau Kerstin Drechsel,

Bei mir zuhause duftet es ganz, ganz oft nach frisch gebackenem Kuchen. Die FLADE Frauen sind nämlich alle Naschkatzen. Und wenn Gäste im Haus sind, gibt es ganz, ganz viele verschiedene Apfelkuchen. Hmmmm, wie das dann riecht….
Die Äpfel dafür kommen aus dem Apfelgarten hinterm Haus. Aber woher kommen die anderen guten Sachen? Das wollte ich genau wissen, und habe mal in die Vorratskammer gelunzt. Quiiitsch, der alte Schrank geht aber schwer auf… Das sieht ja fein aus. Ganz viele Tüten stehen nebeneinander. So viel Mehl. Das werden ja viele Kuchen. Und überall steht drauf: Rolle Mühle.

Das muss ich genau wissen und hole mir den großen Atlas von Professor Schlumann aus dem Bücherregal. Aber das ist ja gar nicht weit weg! Hier im Erzgebirge wird Mehl gemahlen? Feinstes Bio Mehl? Aus ganz vielen verschiedenen Körnern? Tatsächlich! Direkt an der Zschopau, die hier ganz, ganz schnell dahin schießt, liegt eine alte Mühle. 1563 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt. Ob sich da ein Mühlrad dreht? Nein, aber mit Wasserkraft wird immer noch Mehr gemahlen. Ich möchte das alles ganz genau wissen und schmuggel mich in eine Mühlenführung. Ist das spannend! Das musst Du Dir unbedingt auch zeigen lassen. Unbedingt! Und den schönen Hofladen musst Du sehen! Ich bin klein und kann nicht viel tragen, aber die Florentiner Honigscheiben mussten unbedingt mit.

Bis ganz bald
Dein Kathrinchen Zimtstern

Los geht‘s

Sehr geehrte Frau Kerstin Drechsel,

ich bin Kathrinchen Zimtstern, und ich bin ein FLADE Engelchen. Vielleicht habt Ihr schon einmal von mir gehört oder gelesen? In den Geschichten über mich sind große Abenteuer aufgeschrieben. Ich war in Afrika, habe in der Wüste die Heiligen drei Könige getroffen, war in Paris, London, bei den Affen auf Gibraltar und sogar im Hohen Norden.
Ich habe treue Freunde in der erzgebirgischen Figurenwelt. Der alte Räuchermann Arthur Grimmbart und der junge und schüchterne Johann Knatterburg gehören dazu, der Pflaumentoffel und der Engelchenchor.
Ein Theaterstück und ein Musical sind daraus entstanden und in drei Büchern sind Geschichten gesammelt, die andere Menschen geschrieben haben über mich. Ich habe so, so viel erlebt in der großen weiten Welt.

Aber jetzt bin ich im Erzgebirge unterwegs. Alle meine Engel-Geschwister schlafen den Sommer über. Erst am Samstag vor dem 1. Advent werden sie vom Pflaumentoffel geweckt. Aber ich doch nicht! Ich will Abenteuer erleben! Und ich werde sie Dir alle erzählen. Wie sich das für ein umtriebiges Engelchen gehört, sind es ganz besondere Geschichten. Über meine neuen Freunde, über versteckte Orte und zauberhafte Geheimnisse, über Unbekanntes und Verborgenes. Engel-Geschichten eben. Geschichten über meine Heimat, das Erzgebirge

Freust Du Dich drauf? Dann guck in einer Woche in Dein Postfach …
Dein Kathrinchen Zimtstern