Unterwegs im Erzgebirge – Komm mit auf Entdeckungsreise!
Kapitel 7 | Wenn man fliegen kann (Marienberg)
Halli hallo, da bin ich wieder.
Es ist Freitag, und es ist ein herrlicher Sommertag. Ich habe wunderbar geschlummert auf dem Dachboden von Professor Schlumann und will jetzt raus! Rumdüsen, umherflattern, Abenteuer erleben.
Ich möchte meinen Freund Ronny Weiß besuchen. Fliegt Ihr mit mir nach Marienberg?
Könnt Ihr Euch vorstellen, dass es hier einmal zuging, wie in Alaska? Nur dass nicht nach Gold gesucht wurde, sondern nach feinstem Silber. Von überall her zog es die Menschen in die damals undurchdringlichen Wälder des Miriquidis. Tiefe Schächte wurden gegraben. Gefährlich war das. Darüber erzähle ich Euch später noch mehr. Dagegen war das Goldwaschen wohl ein Klacks. Die Schatzsucher kamen nur notdürftig unter. Und da gab es einen sehr weitsichtigen Landesherren (ja, so was soll es tatsächlich geben!), der sich entschloss, eine ganz neue Stadt zu bauen. Das war 1521. Und da ich fliegen kann, habe ich es mit meinen eigenen Augen von oben sehen können, dass die Stadt Marienberg völlig rechtwinklig angelegt ist. Wie ein Schachbrett!Im Lexikon von meinem Professor Schlumann steht, dass es die früheste bis heute erhaltene Idealstadtanlage nach dem Vorbild der italienischen Renaissance nördlich der Alpen ist. Viele erhaltene Denkmäler und Portale zeugen noch heute von den Anfängen der Renaissance im Erzgebirge .Wow…. Weltkulturerbe eben…
In der Mitte liegt der quadratische Markplatz der Stadt. Das ist einer der größten Deutschlands! Und wenn ich von da aus die Straße nur ein paar Meter weiter runter tippel, sehe ich den Eingang eines zauberhaften Hotels, das “Weisse Roß”.Ooooh, wie schön es hier ist, nun bin ich angekommen. Ich setze mich zu meinem Freund Ronny Weiß in die Lobby auf das blaue Sofa, das ich so sehr liebe, und koste ein feines Törtchen. Ihr wisst doch, ich bin eine Naschkatze…. Ja, backen können die Erzgebirger. Und wie! Wie freue ich mich schon, wenn es den ersten Stollen gibt….. Davon lasse ich Euch alle kosten. Seid mal schön gespannt!
Aber jetzt ist Sommer. Auch im Erzgebirge. Wusstet Ihr, dass es in Marienberg das größte Erlebnisbad Sachsens gibt? Oder dass gleich in der Nähe das wildromantische Schwarzwassertal ist? Dort denken manche, sie seien in Kanada angekommen… Das glaubt ihr nicht? Probiert es aus! Ich bin mir sicher, ihr gebt mir recht.
Und jetzt gehe ich noch eine Runde klettern. Wohin? Na dorthin, wo das fröhliche Kinderlachen her kommt…
Euer Kathrinchen Zimtstern
PS: Willst Du auch mal fliegen? Auch das geht hier.
Kapitel 6 | Theaterfieber (Greifensteine)
Hallo Ihr Lieben,
was glaubt ihr, wie meine Flügelchen schmerzen…. Da bin ich nun in Zwönitz losgeflattert und dann in ein Gewitter geraten. Oh ja, die gibt es hier manchmal. Und wie dolle die sind! Die Wolken hingen tief über dem Greifenbach-Stauhweiher, und die Blitze haben die Landschaft erleuchtet. Aber was es da alles zu sehen gab! Ganz viel Wasser, Zelte, ein Badestrand, und gleich nebenan Felsen! Na guck, dort zwischen den riesigen Steinen ist ja eine Freilichtbühne! Stellt Euch vor, seit 75 Jahren wird hier Theater gespielt Und was man da alles sehen kann! Sogar die “Kleine Hexe”, ist das schööööön…..
Ob ich hier bleibe und zusehe? Aber vorher muss ich meinen Freund Tobias Nönnig besuchen. Ich durfte nämlich schon mal mit in seine Brot-Back-Stube und dem Teig zusehen, wie er vor sich hin blubbert. Pssst! Das ist ein Geheimnis! Nichts verraten! Und stellt Euch vor: Manchmal, wenn nachmittags ein Brot übrig bleibt, macht der Tobias Chips draus. Chips aus feinstem Greifenstein-Brot! Das müsst Ihr unbedingt ausprobieren! Ich hole mir jetzt jedenfalls welche, und dann setze ich mich in der Freilichtbühne zwischen die vielen Kinder und gucke “Die kleine Hexe”. Oder doch lieber Pippi Langstrumpf? Was wird denn heute gespielt?
Doch halt. Was ist das denn? Hier fliegen ja Menschen durch die Luft! Aber die haben doch gar keine Flügel, so wie ich! Hiiiiilfe, muss ich jetzt die Feuerwehr rufen? Oder die Bergrettung? Nee, muss ich nicht… Aber ich kann’s schon verstehen, dass die Menschen fliegen wollen, wie wir Engelchen. Das wollten sie doch schon immer. Ihr auch?
Bis bald!
Euer Kathrinchen Zimtstern
Kapitel 5 | Naschkatzen (Zwönitz)
Na hallo, da bin ich wieder….
Habe ich Euch schon erzählt, dass wir alle hier bei mir zu Hause Naschkatzen sind? Was gibt es doch für schöne Worte im Erzgebirge für uns Süßschnäbel: Süßguschl sagt man hier, oder verfressener Zwinsch. Und wenn’s eher hochdeutsch sein soll: Leckermäulchen.
Ich bin auch ein Süßguschl, und immer wieder suche ich mir was zum Naschen bei einem der wunderbaren erzgebirgischen Bäcker. Oh ja, davon gibt es hier tatsächlich noch viele. Und zwar solche, die alles können. Brot und Brötchen, viele Blechkuchen, den echten erzgebirgischen Stollen (logisch!) und eben auch Sahniges, wie vom Konditor. Jawohl. Na und letzte Woche habe ich was ganz, ganz Schönes entdeckt. Ein Erdbeer-Omelett. Neee, nicht so eins aus Eiern, sondern aus feinstem Biskuit, luftiger süßer Sahne und roten Erdbeeren. Und die kamen direkt vom Feld! Was war das für ein Schmaus! Katja, die Chefin der Bäckerei Walter, hat sich zu mir gesetzt, mir beim Naschen zugeguckt und dabei erzählt, dass auch erzgebirgische Erdbeeren was Besonderes sind. Nämlich schöööön langsam gereift….
Aber sie hat mir noch mehr erzählt. Nämlich dass es gar nicht weit weg ein ganz außergewöhnliches Städtchen gibt, das ich mir unbedingt ansehen muss. Mit ganz vielen Geschichten. Zwönitz heißt die kleine Stadt, und dort würde ich auch jemanden finden, der sich mit kleinen Engelchen ganz besonders gut auskennt. Also los… Flieg, Kathrinchen, flieg….
In Zwönitz lande ich mitten auf dem Markt, der übrigens seeehr lebendig ist. Von wegen verschlafenes Erzgebirge…. Und gleich sehe ich, worüber Katja Walter mir erzählt hatte – mehrere riesengroße Schaufenster mit ganz kostbaren Dingen aus Holz. Die Ladentür geht auf, und ein Mann mit lustigen Augen begrüßt mich. “Mensch, Kathrinchen, dass Du hier bei mir bist. Ich kann es gar nicht glauben.” Jens Kriegel heißt der Mann. Ihm gehört dieses herrliche Paradies mit dem Namen “Erzberger Holzkunst”. Oooooh, ist das schön…. Was für eine Wunderwelt! Draußen am Schaufenster drücken sich Kinder die Nasen platt. Ich mache das auch – an jeder Vitrine bleibe ich stehen und staune, staune, staune.
Au weia, ist das viel… Und dort in der Ecke sind ganz viele Bilder aufgehängt von einem Mann, der ein richtiger Rebell gewesen sein soll. Das will ich aber genau wissen. Gebt ihr mir bissel Zeit? Ich erzähle nächste Woche weiter, ja?
Euer Kathrinchen Zimtstern
PS: Die Katja, den Jens und alle meine Freunde findet ihr hier.
Kapitel 4 | Spielereien (Bärenfels)
Hallo Ihr Lieben,
Ihr glaubt es nicht: Heute haben mich doch tatsächlich zwei meiner Engelchen-Geschwister neugierig gemacht. Die zwei Süßen haben nämlich Puppen in der Hand. Handspielpuppen. Eins das Kasperle und eins das Kathrinchen Zimtstern – also mich selber – als Handspielpuppe. Und die beiden haben mir erzählt, dass das Kasperletheater aus Sachsen kommt. Ganz genau aus Hohnstein. Und dass das allererste Kasperlestück im Erzgebirge aufgeführt wurde. Echt jetzt? Auch da ist das Erzgebirge die Nummer eins?
Na und dann haben die zwei Engelchen mir ganz aufgeregt erzählt, dass es in meinem Erzgebirge ein Puppentheaterfestival gibt. In Bärenfels. Was für ein Wort! Bärenfels …
Da habe ich mir doch gleich wieder den Atlas vom Professor Schlumann herausgekramert. Bärenfels liegt bei Altenberg, ganz im Osten meines Erzgebirges. Also los. Flieg, Engelchen, flieg…
Und tatsächlich habe ich doch in Bärenfels eine Puppensammlung gefunden. Nicht etwa in einem Museum. Nee, nee, in einem Hotel! Im Naturhotel Bärenfels. Liebe Freunde, das müsst Ihr Euch ansehen. Was heißt ansehen, da müsst Ihr Urlaub machen! So was Schönes, so was Herzliches, so viel Köstliches, so viel Musikalisches! Ich habe mich also auf die Schulter von Herrn Kempe gesetzt und mir alles zeigen lassen. Und auch hier wollte ich unbedingt bleiben. Natürlich am liebsten bei der Puppensammlung. Aber ich komme wieder, nämlich im Oktober. Dann, wenn es durch den ganzen Ort schallt: Tri, tra trallala, Kasperle ist wieder da.
Euer Kathrinchen Zimtstern
PS: Besucht mal meine Freunde auf ihren Webseiten! Sie freuen sich.
Kapitel 3 | Eine Drachengeschichte (Schwarzenberg)
Sehr geehrte Frau Kerstin Drechsel,
Im Erzgebirge gibt es Drachen? So ganz richtige? Welche, die Feuer speien? Tatsächlich. Es gibt eine Sage, dass einst ein Drache sein Unwesen trieb bei Schwarzenberg. Dort muss ich hin!
Hoch oben über dem Tal sehe ich ein riesiges und schönes Schloss. Ob ich da etwas über die Drachengeschichte finde? Ich steige den Berg hinauf vorbei an Fachwerkhäusern und alten Bäumen. Beim Holzbildhauer Rademann in der Schloßstraße entdecke ich im Schaufenster lauter Engelchen-Geschwister. Und auch einen Schwarzenberger Drachen. Gibt’s doch gar nicht. Ob da gleich ein echter Drachenkopf um die Ecke guckt?
Aber gleich gegenüber ist was viel Feineres! Ein Bäcker! Einer, der offensichtlich ganz besonderes Brot bäckt. “Brot Sommelier” steht am Schaufenster. Da knurrt mein Engelchen-Magen aber. Da muss ich hin.
Ich flattere auf die Ladentheke und frage nach dem Bäcker. Ein großer Mann mit freundlichen Augen kommt aus der Backstube. “Wenn hier ein Engel im Laden steht, muss ich den Teig doch in Ruhe lassen”, brummelt er in seinen Bart. Pierre Kittel ist ein ganz besonderer Kerl. Lustig und mit vielen schrägen Ideen. Er zeigt mir seine Fotos und die witzigen Videos, die er mit seinen Freunden auf Fatzebook teilt. Ich muss kichern, und wir zwei gucken uns verschwörerisch an. Pssst, niemandem verraten: Pierre bäckt auch ganz wundervolle Weihnachtsstollen nach altem erzgebirgischen Rezept. Und auf deren Packung steht dann: Gebacken mit Engelsgeduld. Das werde ich aber probieren, wenn’s soweit ist!
Bis ganz bald,
Dein Kathrinchen Zimtstern
Kapitel 2 | Fast in den Wolken (Holzhau)
Sehr geehrte Frau Kerstin Drechsel,
Ooooh, war das weit. Wusstet Ihr, dass sich das Erzgebirge über ungefähr 200 Kilometer erstreckt? Wenn ich von einem zum anderen Ende flattern will oder gar tippeln, ist das ganz schön weit. Engelchen können viel, aber beamen haben wir noch nicht gelernt. Also geht das nur in Etappen. Und eine habe ich mal getestet, denn mir wurde erzählt, das es einen berühmten Wanderweg gibt. Den Kammweg. Und der wurde gerade zum drittschönsten in Deutschland gekürt. Wow…. Aber wer auch immer das so bestimmt hat… Es ist wahr! Ich habe mich also auf die Schulter meiner “Mama” gesetzt und bin mitgewandert, ohne meine Beinchen zu brauchen…
Aber vorher haben wir herrlich geschlafen. Ganz hoch oben über dem Tal. In einem Hotel, das auch so heißt, nämlich “Talblick”. Das sieht nach Sonne aus und ist innen drinnen so warm vor lauter Herzlichkeit, dass ich am liebsten da geblieben wäre. Es ist zum Dahinschmelzen dort. Ein so herrlicher weiter Blick. Ein Bier aus der Brauerei gleich nebenan, hinter mir der Wald. Wandern? Wozu? Ich will hier bleiben….
Am Morgen geht es dann aber doch los. Nach einem Frühstück, das mich wieder zum Hierbleiben verführen will. Mit uns zusammen sitzen viele Menschen in Radfahrerkluft am Tisch, die alle ganz “bremsig” sind. Sie wollen endlich aufbrechen, denn das Hotel “Talblick” liegt direkt an der Blockline. Was das nun wieder ist? Na, eine Tour! Und was für eine! Made in Erzgebirge eben….
Bis ganz bald,
Dein Kathrinchen Zimtstern
Kapitel 1 | Apfelkuchen (Zschopenthal)
Sehr geehrte Frau Kerstin Drechsel,
Bei mir zuhause duftet es ganz, ganz oft nach frisch gebackenem Kuchen. Die FLADE Frauen sind nämlich alle Naschkatzen. Und wenn Gäste im Haus sind, gibt es ganz, ganz viele verschiedene Apfelkuchen. Hmmmm, wie das dann riecht….
Die Äpfel dafür kommen aus dem Apfelgarten hinterm Haus. Aber woher kommen die anderen guten Sachen? Das wollte ich genau wissen, und habe mal in die Vorratskammer gelunzt. Quiiitsch, der alte Schrank geht aber schwer auf… Das sieht ja fein aus. Ganz viele Tüten stehen nebeneinander. So viel Mehl. Das werden ja viele Kuchen. Und überall steht drauf: Rolle Mühle.
Das muss ich genau wissen und hole mir den großen Atlas von Professor Schlumann aus dem Bücherregal. Aber das ist ja gar nicht weit weg! Hier im Erzgebirge wird Mehl gemahlen? Feinstes Bio Mehl? Aus ganz vielen verschiedenen Körnern? Tatsächlich! Direkt an der Zschopau, die hier ganz, ganz schnell dahin schießt, liegt eine alte Mühle. 1563 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt. Ob sich da ein Mühlrad dreht? Nein, aber mit Wasserkraft wird immer noch Mehr gemahlen. Ich möchte das alles ganz genau wissen und schmuggel mich in eine Mühlenführung. Ist das spannend! Das musst Du Dir unbedingt auch zeigen lassen. Unbedingt! Und den schönen Hofladen musst Du sehen! Ich bin klein und kann nicht viel tragen, aber die Florentiner Honigscheiben mussten unbedingt mit.
Bis ganz bald
Dein Kathrinchen Zimtstern
Los geht‘s
Sehr geehrte Frau Kerstin Drechsel,
ich bin Kathrinchen Zimtstern, und ich bin ein FLADE Engelchen. Vielleicht habt Ihr schon einmal von mir gehört oder gelesen? In den Geschichten über mich sind große Abenteuer aufgeschrieben. Ich war in Afrika, habe in der Wüste die Heiligen drei Könige getroffen, war in Paris, London, bei den Affen auf Gibraltar und sogar im Hohen Norden.
Ich habe treue Freunde in der erzgebirgischen Figurenwelt. Der alte Räuchermann Arthur Grimmbart und der junge und schüchterne Johann Knatterburg gehören dazu, der Pflaumentoffel und der Engelchenchor.
Ein Theaterstück und ein Musical sind daraus entstanden und in drei Büchern sind Geschichten gesammelt, die andere Menschen geschrieben haben über mich. Ich habe so, so viel erlebt in der großen weiten Welt.
Aber jetzt bin ich im Erzgebirge unterwegs. Alle meine Engel-Geschwister schlafen den Sommer über. Erst am Samstag vor dem 1. Advent werden sie vom Pflaumentoffel geweckt. Aber ich doch nicht! Ich will Abenteuer erleben! Und ich werde sie Dir alle erzählen. Wie sich das für ein umtriebiges Engelchen gehört, sind es ganz besondere Geschichten. Über meine neuen Freunde, über versteckte Orte und zauberhafte Geheimnisse, über Unbekanntes und Verborgenes. Engel-Geschichten eben. Geschichten über meine Heimat, das Erzgebirge
Freust Du Dich drauf? Dann guck in einer Woche in Dein Postfach …
Dein Kathrinchen Zimtstern